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    Tirol übernimmt Präsidentschaft der EU-Alpenstrategie: „Für ein Europa der Leitlinien mit mehr Eigenständigkeit für Länder und Regionen“

    Am 7. Februar übernahm das österreichische Bundesland Tirol offiziell den Vorsitz der Europäischen Makroregionalen Alpenstrategie (EUSALP), in der 48 Regionen aus sieben Ländern mit mehr als 80 Millionen EinwohnerInnen zusammengeschlossen sind.

    Das scheidende Vorsitzland Bayern überreichte Tirol symbolisch das „Kolo-Rad“ und verdeutlichte damit, dass Tirol nun für ein Jahr die Richtung der EUSALP lenken wird. „Die EU-Alpenstrategie ist eine politische Initiative, die von den Regionen ausgeht. Unter Tiroler Vorsitz werden wir getreu dem von uns gewählten Motto „zukunft.gemeinsam.gestalten. – Im Interesse der Alpen!“ in Kooperation mit unseren Partnern in den Alpenstaaten und Alpenregionen an nachhaltigen Lösungen für den Alpenraum arbeiten“, sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter in seiner Eröffnungsrede.
    Bei der Auftaktveranstaltung waren hohe Repräsentanten Österreichs, der EU und der Alpenregionen anwesend. Unter anderem nahmen der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen Karl-Heinz Lambertz, der Sonderberater der EU-Kommissarin für Regionalpolitik Walter Deffaa sowie die Regierungschefs der Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Südtirol und Trentino, Laurent WauquiezArno Kompatscher und Ugo Rossi, teil.

    Europa der Leitlinien
    Im Sinne von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker soll sich die Union zukünftig auf die großen Leitlinien konzentrieren: „Die EU muss sich dafür in anderen Bereichen zurücknehmen, um den Ländern Regionen und Gemeinden die Freiheit von ortsgebundenen Entscheidungen zu lassen. Genau hier setzt auch die EUSALP ein“ ist Tirols Landeshauptmann Platter überzeugt.
    „Im Vordergrund der Tiroler Präsidentschaft werden die Bereiche Mobilität und Verkehr, duale Ausbildung, Ressourcen- und Katastrophenmanagement sowie Energie stehen“, kündigte Landeshauptmann Platter an. „Gerade der Transitverkehr ist für den gesamten sensiblen Alpenraum ein Thema, das unter den Nägeln brennt: Mit 2,25 Millionen LKW, die Jahr für Jahr allein über den Brennerpass fahren, ist das Limit erreicht. Gemeinsam mit unseren Partnern in der EUSALP wollen wir hier eine Lösung herbeiführen.“
    Die Aktionsgruppe Verkehr und Mobilität arbeitet derzeit ein Mautsystem aus, das für den Straßengüterverkehr im Alpenraum gelten soll. Das Ziel sind eine Harmonisierung und die Umsetzung von Maßnahmen, um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Darüber hinaus soll eine Plattform entwickelt werden, die die verschiedenen Reiseinformationssysteme zusammenfasst.

    10-Punkte-Plan für die duale Ausbildung
    Unter dem EUSALP-Vorsitz Tirols findet der Startschuss für den 10-Punkte-Plan zum Thema duale Ausbildung statt. Neben Best-Practice-Beispielen zeigt ein Maßnahmenplan, wie duale Ausbildung am besten gelingen kann.
    Zu den weiteren Schwerpunktthemen gehören die Ressourcennutzung und das Katastrophenmanagement. Gerade in den Alpen sind die unterschiedlichen Nutzungsinteressen aufgrund des stark reduzierten Ausmaßes des Dauersiedlungsraumes früh und deutlich erkennbar. „Daher wird während der Tiroler Präsidentschaft der EUSALP eine Reihe von Aktivitäten für die nachhaltige Nutzung der Böden stattfinden“, betonte Landeshauptmann Platter.

    Gemeinsames Risikomanagement bei Katastrophen
    Durch den Klimawandel werden sich Naturgefahren in den Bergen weiter verschärfen. „Wir wissen daher, wie wichtig es ist, hier Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, sagte Landeshauptmann Platter. „Wir wollen nicht nur auf Katastrophen reagieren, sondern aktiv Strategien entwerfen, neue Technologien nutzen und uns gemeinsam vorbereiten.“ Das Ziel ist es, durch Beteiligung und Kooperation aller Betroffenen eine gemeinsame Risikokultur in der EUSALP zu entwickeln.

    Energie der Zukunft
    Tirol hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2050 energieautonom zu sein. Ein Schritt hin zur Energie der Zukunft ist der Aufbau eines gemeinsamen Energie-Observatoriums im Alpenraum, das Daten sammelt, auswertet und teilt. Landeshauptmann Platter: „Wir wollen wissen, welche Energiequellen wann benötigt werden, um die besten Energiequellen zur richtigen Zeit zur Verfügung zu stellen. Wir wollen langfristig planen und die Vorteile unserer Heimat, der Berge, dabei besonders nutzen.“

    Regionale Vielfalt als Stärke
    Die teilnehmenden hohen Repräsentanten begrüßten das Arbeitsprogramm der Tiroler Präsidentschaft. Die EUSALP macht die Europäische Union fühlbar, erlebbar und zugänglicher. Es gibt viele gemeinsame Herausforderungen, die nur gemeinsam gemeistert werden können, wie beispielsweise der Klimawandel. Ich wünsche Tirol alles Gute“, betonte der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen.
    Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz strich die Rolle der Regionen in der EUSALP hervor: „Bei all den Diskussionen um ein Mehr oder Weniger an Europa ist eines klar: Es braucht starke Regionen und wir brauchen eine starke Europäische Union, die auf die Kraft und Stärke der Regionen setzt – die EU ist ein vielfältiges Projekt. Vielfalt ist kein Problem, sondern eine Stärke, die es zu leben gilt.“
    Der Vertreter der Europäischen Kommission Walter Deffaa verwies darauf, dass im kommenden Jahr „auch die Zukunft Europas konkreter wird. Dazu braucht es einen Raum, so wie den Alpenraum, in welchem bei wichtigen Entscheidungen die Initiative bei den Regionen liegt.“ „Ich wünsche dem Vorsitzland Tirol alles Gute – für die Regionen und für Europa in seiner Gesamtheit,“ schloss der Präsident des Ausschusses der Regionen Karl-Heinz Lambertz.

    Source: CoR Newsletter

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