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    Europa bleibt vor allem ein Friedensprojekt – heute mehr denn je

    IRE-Vorstand Franz Schausberger hält Festrede bei Südtiroler Volkspartei: 

    Europa müsse vor allem ein Friedensprojekt bleiben, heute wieder mehr denn je. Auch wenn viele meinen, der Frieden in Europa sei selbstverständlich, müsse immer wieder um den Frieden aktiv gerungen werden, erklärte der Vorstandsvorsitzende des IRE, Franz Schausberger, in seiner Festrede vor der Südtiroler Volkspartei in Bruneck am 11. März 2017. Gerade was den Frieden betrifft, sei das gemeinsame Europa eine großartige Erfolgsgeschichte seit 1945. Gerade die Südtiroler wüssten dies aus ihrer leidvollen Geschichte zu schätzen, alleine schon durch den Wegfall der Grenzen zwischen Italien und Österreich und die Einführung der gemeinsamen Währung.

    Foto: v. l. n. r.: Obmann der Südtiroler Volkspartei des Bezirkes Pustertal, Meinhard Durnwalder, Landeshauptmann a. D. Luis Durnwalder, Landeshauptmann a. D. Franz Schausberger, EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann. Mit dabei war auch der Landesparteiobmann der Südtiroler Volkspartei, Landesrat Philipp Achammer.

    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts müssen wir leider feststellen, dass zunehmende nationalstaatliche Egoismen, Finanz- und Wirtschaftskrise, Flüchtlingsproblematik und Terrorismus die eigentliche Idee Europas verdrängen. Kleinmut, Mutlosigkeit, Ängstlichkeit, fehlende Weitsicht, Geschichtsunkenntnis und historische Ignoranz versuchen das Projekt Europa klein zu reden. Die Ansicht, der Frieden sei selbstverständlich, der Krieg sei keine Drohung mehr, sei falsch und trügerisch, so Schausberger.
    Je wohlhabender und bequemer wir werden, desto leichter komme das Bewusstsein abhanden, wie wichtig das geeinte Europa ist. Pessimismus entstehe inmitten des Wohlstands. Europa sei nicht die verrückte Idee einiger Europa- und Eurofanatiker oder naiver Träumer, es sei eine Existenzfrage und ernste Sache des Verstands.
    Natürlich funktioniere auch die Europäische Union nicht in allen Bereichen perfekt. Dies liege in vielen Bereichen auch an den Mitgliedstaaten. Reformen seien daher notwendig unter dem Motto „Weniger, aber dafür besser und effizienter“. Dort, wo die EU noch nicht in der Lage sei, europäische Lösungen zu garantieren – wie etwa in der Flüchtlingsfrage – müssten die Mitgliedstaaten ihre eigenen Wege finden.
    Schausberger vertrat die Meinung, dass das geeinte Europa nur dann auf Dauer Bestand haben könne, wenn europäische, nationale und regionale Kräfte auf der Grundlage des Subsidiaritätsprinzips in der richtigen Ausgewogenheit zueinander stehen. Ein europäischer Zentralismus sei genauso abzulehnen wie ein nationaler Zentralismus.
    Das heißt, Europa muss noch stärker regionalisiert werden, es muss das Ziel sein, ein „Europa mit starken Regionen“ zu realisieren, mit klaren Zuständigkeiten und institutionell und rechtlich gesichertem Mitsprache- und Mitwirkungsrecht der Regionen und Gemeinden in den europäischen Gremien.
    Das starke Europa ist der global player, den wir brauchen, um den Wettbewerb mit den anderen Weltmächten im europäischen Sinne aktiv gestalten zu können.
     
    Starke regionale Identitäten wiederum sind die Voraussetzung für die Schaffung einer europäischen Identität. Die Regionen sind die Horte der Geborgenheit, der Orientierung, der unmittelbaren Partizipation und damit der praktizierten direkten Demokratie. Auf dieser Basis kann das gemeinsame Europa weiter nachhaltig aufgebaut werden: Starke EU (wo notwendig), reduzierte Nationalstaaten und starke Regionen. Das werde wohl das Konzept für das Europa des 21. Jahrhunderts sein müssen. Es kann auch ganz anders kommen, dann aber möglicherweise nicht friedlich. Es sei zu hoffen, dass der Weg der Mitte, der Vernunft und des Friedens siegt, betonte Schausberger.

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