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    Bosnien und Herzegowina entwickelt sich zu einem wirtschaftlichen interessanten Land für Investoren

    Beziehungen zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina:Österreich ist fünft größter Investor in der Republika Srpska
     
    Das Institut der Regionen Europas (IRE) veranstaltete am 26. Juni 2017 in Salzburg eine internationale Podiumsdiskussion zum Thema „Bosnien und Herzegowina -  der unbekannte Partner für lokale und regionale Beziehungen“, die in der Internationalen Salzburg Association stattfand.  Das IRE hat in den vergangenen Jahren bereits in verschiedenen Europäischen Ländern Podiumsdiskussionen veranstaltet, um die Wichtigkeit der regionalen und lokalen Zusammenarbeit aufzuzeigen.

     „Österreichische Firmen haben begonnen, sich in Bosnien und Herzegowina niederzulassen, aber auch Unternehmen aus dem Westbalkanland sind am besten Weg sich in Österreich zu etablieren“, eröffnete IRE-Vorsitzender und Sonderberater der Europäischen Kommission, Dr. Franz Schausberger, die Podiumsdiskussion. Davon abgesehen, dass Bosnien und Herzegowina eines der „kompliziertesten Regierungssysteme der Welt repräsentiert“, so Schausberger, haben sich österreichische Firmen, wie NETQM sich seit mehr als 10 Jahren erfolgreich in Bosnien und Herzegowina (BiH), etabliert.

    Das 2005 gegründete österreichische Unternehmen Network Quality Management GmbH mit Firmensitz in Grödig bei Salzburg und Mreža Network Derventa d.o.o in Bosnien und Herzegowina, ist ein führender Hightech-Komplettanbieter im Bereich Mechatronik mit Fertigungsstandort und beschäftigt rund 300 MitarbeiterInnen. Das Angebots-Netzwerk geht von der Elektronik, Kunststofftechnik, Mechanik, Metallverarbeitung bis zu Montage und Endkontrolle, welche unter anderem mit Audi, Bosch, SKIDATA weltweit kooperiert. CEO und General Manager von NETQM Ing. Markus Strasser-Stöckl, betonte vor allem die gut ausgebildeten MitarbeiterInnen in den Westbalkan Ländern als Schlüsselfaktor, um in Bosnien und Herzegowina zu investieren: „Ich stehe zu den Leuten: Sie stehen zu ihrer Einheit und versuchen in dem Land eine Ausbildung und Arbeit zu bekommen. Die Personalkosten sind relativ niedrig und der Großteil der Menschen, vor allem die junge Generation, ist sehr gut ausgebildet, was nicht selbstverständlich ist“. 
                             
    Von links nach rechts: Milenko Cvijanović (Direktor von MTEL Austria GmbH), Markus Strasser-Stöckl (CEO und General Manager Network Quality Management GmbH), Tomislav Leko (Botschafter von Bosnien und Herzegowina in Österreich), Franz Schausberger (IRE-Vorstandsvorsitzender und Sonderberater der EU), Igor Davidović (ehemaliger Botschafter von Bosnien und Herzegowina in Washington und Brüssel) und Mladen Filipovic (Leiter der Vertretung der Republika Srpska in Österreich)
     
    Seit 2000 ist Bosnien und Herzegowina potentieller Beitritskandidat der EU. Der Gesamtstaat ist jedoch ein komplexes staatliches Konstrukt, welches in die Förderation Bosnien-Herzegowina und in die Republika Srpska geteilt ist. Innerhalb des Landes gibt es immer wieder Schwierigkeiten, eine gemeinsame Position gegenüber der EU zu finden.

    „Ob wir die spezifische Wirtschaftskonstruktion aufweisen, um Mitglied der Europäischen Union zu werden,  ist schwer zu sagen, aber wir müssen diese EU-Prozesse akzeptieren und forcieren“, betonte Igor Davidović, ehemaliger Botschafter von  Bosnien und Herzegowina in Washington und Brüssel.  Es gelte vor allem in Jobs zu investieren, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Um dies zu erreichen sind “regionale Kooperationen zwischen den verschiedenen Städten, Kantonen und Gemeinden wichtig, damit Regionen als attraktive Lebensräume gesehen werden und somit der Landflucht entgegengewirkt werden kann“.   
     
    Um die Arbeitslosigkeit in BiH zu senken, betonte der Botschafter für BiH in Österreich, Tomislav Leko, vor allem die Notwendigkeit der Verbesserung von Rahmenbedingungen für ausländische Investoren, die Einführung einer Freihandelszone als auch die Entwicklung der Verkehrskorridore. „Um sich Richtung EU zu entwickeln, braucht das Land vor allem Investitionen von ausländischen Investoren, ansonsten wird die Entwicklung des Landes nur schwer erreicht. BiH benötigt einen EU-Integrationsprozess für länderübergreifende Entwicklungen“, fügte der Botschafter ergänzend hinzu 

    Als Vermittler um entsprechende ausländische Investoren in BiH zu fördern, dient unter anderem das Telekommunikationsunternehmen MTEL Austria GmbH, welches laut Direktor Dipl. Ing. Milenko Cvijanović, österreichische Unternehmen beratend unterstützt, um in BiH zu investieren. Darauf aufbauend repräsentieren vor allem Menschen aus den Westbalkan Ländern die in Österreich leben, eine „bridging–role“  für hervorragende grenzüberschreitende Beziehungen.
     

    Mag. Mladen Filipovic, Leiter der Vertretung der Republika Srpska in Österreich, machte auf die Wichtigkeit der in der Diaspora lebenden Personen aus BiH aufmerksam. „Die natürlichen Ressourcen BiH sind seine Menschen“. Man müsse nur in das Land kommen, welches aufgrund seiner zentralen geografischen Lage in nur wenigen Stunden erreichbar ist. Dies bietet für Unternehmen große Vorteile. Einen großen Vorteil für Investitionen stellen vor allem die „60 Prozent  der Arbeitsuchenden, die über eine sekundäre oder höhere Bildung verfügen, dar“, so Filipovic und „30 Prozent von ihnen sind unter 30 Jahren“. Um unternehmerisches und wirtschaftliches Potential von österreichischen Investments in BiH zu fördern, stellen niedrige Steuersätze, eine niedrige Abgabenquote von 33 Prozent des Bruttogehalts, kosteneffiziente Arbeitskräfte als auch liberalisierte Gesetze, einen großen Anreiz dar. Vor allem die Gleichbehandlung von ausländischen Investoren ebnet den Grundstein in eine erfolgreiche Wirtschaft.
     
    Dr. Franz Schausberger, bezeichnete in seiner Zusammenfassung die diskutierte Freihandelszone des Westbalkans als einen ersten Schritt in die EU.  Um im europäischen Markt zu bestehen, muss vor allem Wettbewerbsfähigkeit hergestellt werden. Die EU bietet Förderungen an, um  den Zugang zum Markt zu erleichtern. Die vom IRE veranstaltete Podiumsdiskussion eröffnete Möglichkeiten, wirtschaftliche Kontakte zwischen Österreich und Bosnien und Herzegowina zu fördern und damit,- laut dem ehemaligen Botschafter Igor Davidović,- „kein unbekannter Partner mehr für Österreich zu sein.“


     
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