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    7. IRE- Fachkonferenz zum Thema “Smart Cities”

    Herausforderungen und Lösungskonzepte für die künftige urbane Mobilität in europäischen Städten

    Zum siebten Mal organisierte das Institut der Regionen Europas (IRE) am 27. März 2018 eine Fachkonferenz zum Thema nachhaltige Mobilität „Smart Cities“. In Kooperation mit der Stadt Salzburg und dem Land Salzburg wurde im Salzburg Congress getagt. Diese Konferenz machte deutlich, welch große Herausforderung das Thema der nachhaltigen Mobilität für alle europäischen Städte, vor allem aber auch für das Bundesland Salzburg, darstellt. Smart Cities sind Städte, die durch den systematischen Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien, ressourcenschonender Techniken und sozialwissenschaftlicher Methoden den Weg in eine postfossile Gesellschaft einschlagen. Wichtiges Kernelement einer smarten Stadtentwicklung ist daher die abgestimmte Planung der Bereiche Mobilität, Energie und eGovernance. In Smart Cities ist die individuelle Mobilität vorwiegend öffentlich und umweltfreundlich.

    Salzburg fährt auf der „Grünen“ Welle

    Eine smarte Stadtentwicklung und Verkehrskonzepte sind zentrale Elemente, welche den steigenden Mobilitätsbedarf der Stadt- und Umlandbevölkerung und gleichzeitig seine umweltfreundlichen Auswirkungen berücksichtigen muss. „Um den Arbeitspendlerverkehr und Staubelastungen zu verringern, ist vor allem die Einbeziehung der Regionen wichtig. Eine umweltfreundliche, nachhaltige Planung zur Verkehrsentlastung und erhöhte Lebensqualität fordert die umliegenden Gemeinden.  Beispiele aus Österreich, Deutschland, Slowenien und Schweiz zeigen, wie man die Mobilität erhöht und gleichzeitig Verkehrsbedingungen verbessern und Umweltverschmutzung reduzieren kann“, eröffnete IRE-Vorstand Franz Schausberger die Konferenz. Der ehemalige Landeshauptmann von Salzburg ging weiters auf die Aspekte des Bevölkerungswachstums und Folgen der Landflucht ein. Vor allem aber gehen “Lösungsansätze über die Stadt in die Regionen hinaus, da viele Zustände und Prozesse der Smart Cities regional verflochten sind”, so Schausberger. Smarte Raumentwicklung können daher gleichermaßen Beiträge zur Sicherung der Lebensbedingungen als auch zur nachhaltigen Metropolenentwicklung leisten.

    Besonderes Potenzial bietet dabei der Masterplan für Mobilität der Regionen und Städte Europas, der sich auch auf die Bürger und Bürgerinnen des Landes Salzburgs auswirkt„Mittel- und langfristige Planungskonzepte in der Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und schonender Ressourceneinsatz – die Stadt Salzburg widmet diesen wichtigen Zukunftsthemen seit Jahrzehnten ein großes Augenmerk“, betonte Bürgermeister Harald Preuner in seiner Begrüßungsrede. „In diese Leitlinie fügt sich auch der Masterplan 2025 Smart City Salzburg – Energielösungen für die Zukunft“ ein, der im Jahr 2012 auf den Weg gebracht wurde. Dieser steht exemplarisch für den Anspruch der Stadt Salzburg, als Landeshauptstadt eine Vorreiterfunktion einzunehmen, wenn es darum geht, sorgsam und vorausschauend mit der eigenen Zukunft umzugehen“, so Preuner weiter.

    Eine optimale Verknüpfung des Individualverkehrs mit dem öffentlichen Verkehr als auch dem Fuß- und Radverkehr sind der Grundpfeiler einer funktionierenden smarten Stadt, welche zu einer Begegnungszone werden soll. Landesrätin für Verkehr, Infrastruktur und Wohnbau, Brigitta Pallauf,unterstrich bei der Eröffnung: “Wir müssen in der Mobilität vielfältig und multimodal denken. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen gehören noch verbessert. Neue Technologien unterstützen uns dabei. Das Ziel des Landesmobilitätskonzeptes ist, die Erreichbarkeit aller zentralen Einrichtungen der Landeshauptstadt, der Bezirkshauptorte und der Gemeinden zu verbessern. Mobilität muss für alle Bürgerinnen und Bürger möglich sein, die Wahl zwischen den Verkehrsmitteln einfacher werden, auch und vor allem in den ländlichen Gebieten”. Dabei sollen moderne Technologien und Lösungen wie Car-Sharing, Fahrgemeinschaften aber auch Bike-Sharing neben dem Hauptverkehrsmittel Auto eine Rolle spielen.

                  

    Von links nach rechts: Josef Schöchl (Salzburger Landtagspräsident), Cristian Macedonschi (Stadtrat von Braşov/Kronstadt), Brigitta Pallauf (Salzburger Landesrätin für Verkehr und Wohnbau), Harald Preuner (Bürgermeister von Salzburg) und Franz Schausberger (IRE-Vorstandsvorsitzender)

     

    Smart Cities – eine politische Herausforderung

    In den Einleitungsreferaten zu dem Thema “Smart Cites – eine politische Herausforderung” gingen die Referenten auf unterschiedliche Themen in Bezugnahme auf eine nachhaltige und grüne Stadt ein. Der Direktor des INZIN Institutes, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses IONICA und ehemaliger Berater der deutschen Bundesregierung in Umweltfragen, Prof. Martin Faulstich, rückte den Klimaschutz als entscheidende Rahmenbedingung von Mobilität ins Zentrum. “Der Klimaschutz wird auch den Verkehrssektor grundlegend verändern. Das Klimaschutzabkommen von Paris haben praktisch alle Länder der Erde unterzeichnet, damit sind weltweit auch starke Rahmenbedingungen für die urbane Mobilität gegeben. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Elektromobilität zu. Regenerative Stromversorgung, flächendeckende Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren sowie vernetzte Ver- und Entsorgungsstrukturen werden Städte und Regionen nachhaltig prägen”, betonte Faulstich. Dazu sei jedoch nicht nur eine Energiewende erforderlich, sondern man bräuchte auch eine Wärme- und Verkehrswende. Der erste Schritt sei die Verkehrsvermeidung, um dies zu erreichen, bräuchte man mehr Mobilität bei weniger Verkehr.

    Das EU-Mitgliedsland Slowenien hat nicht nur Smart Cities sondern auch nachhaltige Mobilität als zwei der Schlüsselpunkte seiner Strategie für intelligente Spezialisierung erkannt, die weit über die Grenzen einer Stadt hinausgehen. Martin Pečar, Geschäftsführer und Gründer von OmniOpti Blockchain Think Tank Slowenien, Koordinator für Smart Cities und Logistik und  Watify Ambassador erklärt dies wie folgt: „Die Konzepte von smarten Gemeinden und Dörfern sind für Slowenien sehr wichtig. Ein weiteres wichtiges Thema ist der Austausch von Wissen und bewährten Verfahren über die Regionen hinweg”. Ein weiteres Best-Practice Beispiel präsentierte Cristian Macedonschi, Stadtrat von Braşov/Kronstadt in Rumänien. Er bezog sich auf den wichtigen Stellenwert Tourismus in rumänischen Städten, welche ohne „Mobilität keine Attraktivität haben. Man müsse in touristische Regionen, gut vernetzte Fahrradwege entwickeln”. Der Stadtrat sieht den Weg zur Mobilität durch die Infrastruktur.

    Möglichst umweltfreundlichen guten Verkehr zu bieten in einer funktionierenden Stadtregion, könne nur funktionieren, wenn man über die Städte hinausschaut, um eine intelligente Weiterentwicklung zu ermöglichen, rundete der Senatsrat der Stadt Wien Otto Schwetz ab.

               

    Prof. Martin Faulstich, Direktor des INZIN Institutes, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses IONICA und ehemaliger Berater der deutschen Bundesregierung in Umweltfragen

    Öffentliche Stadt- und Umland-Verkehrskonzepte im europäischen Kontext

    Bessere und nutzbare Raumplanung sowie ausgebaute Logistik standen in der Diskussion des Podiums „Öffentliche Stadt- und Umland-Verkehrskonzepte im europäischen Kontext” der Konferenz. „Jede Agglomeration hat ihre eigenen Strukturen und Herausforderungen. Dennoch ist es wichtig, gemeinsame Nenner zu finden und aus den besten Praktiken zu lernen. Die Anwendbarkeit der Maßnahmen spiegelt den politischen Willen wider, muss aber auch die relative Position im Vergleich zu anderen berücksichtigen und eine bessere Auswahl von Verbesserungsstrategien ermöglichen”, kommentierte Karl Ernst Ambrosch, ehemaliger ERA Chair Holder, in seiner Keynote-Ansprache. Er bezog sich vor allem auf KPI’s (Key Performance Indicators), die nicht nur  sehr gute Möglichkeiten zur Vergleichbarkeit bieten, sondern „als ersten Schritt bei der Formulierung von Zielen dienen und Fortschritte melden”, erklärte er weiter. Demzufolge unterstützen smarte Technologien und Systeme die Entwicklung einer guten Lebensqualität.

    Am Beispiel der Grünen Hauptstadt 2017, Essen in Deutschland, bezog sich der Stadtdirektor Hans-Jürgen Best vor allem auf Smarte Technologien wie Car-Sharing und Bike-Sharing. „Die Verkehrswende findet im Kopf Stadt. Das geht nicht von heute auf morgen, es geht nicht sofort in die Köpfe der Leute rein, dass es solche Möglichkeiten gibt”. Auf die Frage des Moderators Stefan Veigl, weshalb Essen Berlin’s Angebot abgelehnt hat, für zwei Jahre gratis ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) anzubieten, beantwortete er wie folgt: „Wenn man von heute auf morgen kostenlosen ÖPVN anbieten will, dann müssen Schienen sowie Busse für die Zukunft erweitert werden”.

    Der Regionalpräsident (Zupan) der Region Istrien, Valter Flego kann dieser Aussage nur zustimmen und erklärte das Problem seiner Stadt: „In der Stadt wohnen 5000 bis 10.000 Menschen, davon leben 70 Prozent am Meer.  Der Verkehr ist vom Wetter bedingt, wenn es regnet benutzt jeder das Auto.  Das Problem ist, dass es keine gute Bus- und Zugverbindung gibt”. Er sieht mehr EU-Forderungen und cohesion policy als Lösungsansatz. Weiters müsse die Kooperation zwischen den Regionen Europas verstärkt werden.

                  

    Von links nach rechts: Franz Huemer (Smart Cities Koordinator Salzburg), Valter Flego (Regionalpräsident der Region Istrien), Christian Gratzer (Sprecher des Verkehrsclub Österreich, VCÖ), Hans-Jürgen Best (Stadtdirektor  von Essen), Karl Ernst Ambrosch (ehemaliger ERA Chair Holder) und Moderator Stefan Veigl

    Entwicklungen  in den Regionen Europas zeigen, dass aufgrund der Urbanisierung die Ballungsräume in den kommenden Jahren weiter an Bevölkerung und Arbeitsplätzen zulegen. Umso wichtiger ist daher eine Europäische Zusammenarbeit. Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in Wien, pflichtete dem Regionalpräsidenten Flego bei. „Die zukünftige Mobilität und der urbane Gütertransport sind sowohl emissionsfrei als auch platzsparend. Die Ballungsräume benötigen zum einen deutlich mehr öffentliche Verkehrsverbindungen. Zum anderen ist das Potential des Fahrrads und der boomenden Elektro-Fahrräder viel stärker zu nutzen, indem direkte Rad-Schnellverbindungen vom Umland in die Stadt errichtet werden”. Der Arbeitsweg sei der wichtigste Mobilitätsgrund unter der Woche und genau hier solle man ansetzen. Er gab die “City Maut” als eine Strategie, die zu bedenken sei, durch die Staus massiv zurück gegangen sind. Außerdem würde die Stadt dadurch mehr Einkommen erlangen, was dann wiederum in die Verbesserung von Mobilität investiert werden würde.

    Franz Huemer, Smart City Salzburg Koordinator, Österreich ergänzte „die Zukunft der urbanen Mobilität wird als stärker nachfrageorientiert wahrgenommen. Der private Kfz-Besitz wird durch eine Mischung aus Gehen, Radfahren, öffentlichen Verkehrsmitteln und zusätzlichen Mietfahrzeugen ersetzt. Neue Informationstechnologien tragen dazu bei, die Verbraucherakzeptanz und -nutzung zu fördern”. Durch Salzburg’s topografische Eigenschaft seien die Bürger und Bürgerinnen  nicht nur in Bezug auf Wohnen, sondern auch in der Mobilität eingeschränkt. Deshalb sei es laut Hummer notwendig, die Mobilitätsbedürfnisse daran anzupassen, was in der Stadt möglich ist.

    Die Podiumsdiskussion machte klar, dass Modalität nicht ausreichend ist, sondern der Wertewandel als auch Multimodalität als ein sinnvolles Angebot betrachtet werden soll.

    Innovative Verkehrsleitsysteme für den urbanen Verkehr – best practice Beispiele aus Europa

    Der Bedarf an nachhaltigen und integrierten Lösungen für die Städtische Mobilität wächst. Laut Dieter Pejrimovsky, Solution Manager der Region Europa, Mittlerer Osten und Nordafrika bei  Kapsch TrafficCom Wien, trägt die “Mobilität zur Lebensqualität in Städten bei und ist nicht nur Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und Handel, sondern auch für Kreativität und Wohlbefinden”. Er erörterte in seiner Keynote-Ansprache „Innovative Verkehrsleitsysteme für den urbanen Verkehr – best practice Beispiele aus Europa”, dass “der weltweit erlebte Trend der rapiden Urbanisierung einhergeht mit einem steigenden Verkehrsaufkommen, Menschenströmen und Luftverschmutzung sowie einem steigenden Ressourcen- und Energieverbrauch in den Städten”. Kapsch BusinessCom, eine Kapsch Gruppe, bietet dazu ganzheitliche Mobilitätslösungen und vollintegrierte Softwarelösungen für die Zukunft des interzonalen Verkehrs an. Smart Urban Development sei der Schlüssel des Mega Trends Urbanisierung. Um „das Infrastrukturmaßnahmen-Programm umsetzen zu können, bräuchte man jedoch fixe Budgets” wies Pejrimovsky hin.

    Um die öffentlichen Verkehrsströme zwischen Stadt und Region zu optimieren gibt es für die Geschäftsführerin des Salzburger Verkehrsverbund, Allegra Frommer, beim Thema Verkehrsleitung drei Ansatzpunkte, welche es zu beachten gilt. „Erstens sollten Menschen aus der Region möglichst weit in die Stadt und somit zu ihrem Ziel gelangen, ohne umsteigen zu müssen. Zweitens geht es gerade im Regionalverkehr mit Halbstunden- oder Stundentakten um Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Drittens geht es um bestmögliche Kundeninformation– sowohl analog wie auch digital – damit Fahrgäste rasch, einfach und klar zu ihrem ÖV-Angebot geleitet werden.  Busse und Bahnen werden also idealerweise weit in die Stadt ‚geleitet’”. Weiters verwies sie auf praktische Lösungsansätze wie geleiteter Individualverkehr, welcher den öffentlichen Verkehr nicht behindert als auch auf eigene Bussspuren und Trassen. Vor allem aber stehe die freie Wahl des Verkehrsmittels im Vordergrund als auch eine abgestimmte Raum-und Verkehrsplanung.

    Ein weiterer Punkt der sich abzeichnete wenn man über den Verkehr und die Mobilität in und um Städte spricht, ist nach Georg-Friedrich Koppen, Leiter der Stabsstelle Mobilität, Stadtentwicklungsplanung Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München in Deutschland,  vor allem ein umweltfreundlicher Verkehr sowie eine effiziente Parkraumbewirtschaftung. “Grundvoraussetzung ist ein attraktiver öffentlicher Verkehr. München hat es geschafft, den Verkehr in der Stadt zu verringern, obwohl sich die Einwohnerzahl erhöht hat”, so Koppen.  Um die Zuwächse an Einwohnern auch in Zukunft bewältigen zu können, müssen die „damit verbunden Verkehrsströme insbesondere in der Stadt umweltverträglich abgewickelt werden, also flächensparend, emissionsarm, energiesparend und verkehrssicher. Dazu ist eine Orientierung der Siedlungsentwicklung an einem leistungsfähigen und verlässlichen System des öffentlichen Verkehrs erforderlich, das durch attraktive und sichere Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer ergänzt wird”.  Der nicht verfügbare KFZ-Verkehr müsse daher umweltverträglich  gesteuert als auch geführt werden, dabei könnten neue Möglichkeiten der Digitalisierung im Verkehr einen wesentlichen Beitrag leisten. Der Ausbau der S-Bahnen, Mobilitätsstationen sowie Car-Sharing- und Bike-Sharing-Systeme sieht Koppen  als vielversprechend an, die in München bereits gut angenommen und genutzt werden.

                 

    Von links nach rechts: Dieter Pejrimovsky (Solution Manager Kapsch TrafficCom), Benjamin Szemkus (Programmleiter Smart City Schweiz), Rainer Müller (Senior Expert für Future Cities der Urban Innovation Vienna, UIV), Allegra Frommer (Geschäftsführerin Salzburger Verkehrsverbund), Georg-Friedrich Koppen (Leiter der Stabsstelle Mobilität, Stadtentwicklungsplanung Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München) und Franz Schausberger (IRE-Vorstandsvorsitzender)

    Aufgrund der wachsenden Städte und der erhöhten Nachfrage der Mobilisierung, welche an der Stadtgrenze nicht halt machen, sind Städte mit vielen Herausforderungen wie Lärm, Gefahren der Strassensicherheit, Stau und schlechter Luftqualität konfrontiert. Nach Rainer Müller, Senior Expert für Future Cities der Urban Innovation Vienna (UIV) in der Stadt Wien, liegt die Lösung in dem Konzept einer “produktiven Stadt” und bezog sich auf das Projekt “Vital Nodes””, welches darauf abzielt „eine effiziente und nachhaltige Güterbeförderung über die TEN-V-Knoten (Städtische Gebiete) zu ermöglichen, indem bestehende europäische, nationale und regionale Netze zusammengeführt werden. Dazu liefert das Project evidenzbasierte Empfehlungen für eine effektive und nachhaltige Integration der Knoten in die TEN-V-Korridore mit Hauptaugenmerk für die multi- und interzonale Verknüpfung von Fernverkehr und der letzen Meile in der Güterlogistik. Darüber hinaus wird auch der Einsatz in den städtischen Knotenpunkten unterstützt und gleichzeitig ein nachhaltiges europäisches Expertennetzwerk aufgebaut”, so Müller der die Stadt Wien als Best-Practice Beispiel für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr vorstellte. Die Hauptstadt Österreichs arbeitet an der EU-Rahmenstrategie der Kommission aktiv mit.

    Im Nachbarstaat Schweiz ist das Mobilitätsproblem der Städte aber ein anderes. Es ist sehr häufig ein „Auslastungsproblem und die Vermeidung des Pendelverkehrs wurde zum neuen Trend”, so der Programmleiter der Smart City Schweiz, Benjamin Szemkus. „Hier gilt es, mit geeigneten einfachen Maßnahmen Lösungen zu finden: Mit Fahrgemeinschaften, neuen Arbeitsformen und Arbeitszeiten einer konsequenten Förderung des Langsamverkehrs lässt sich sehr viel erreichen. Es gilt dabei die Menschen vor Ort miteinzubeziehen. Verordnete Top-Down Ansätze sind nicht das Mittel der Wahl”. Denn es gibt laut dem Experten keine Smart Cities sondern nur smarte Bürger und Bürgerinnen beziehungsweise “Smart Citizens”, welche ein stärkeres Umweltbewusstsein bereits tagtäglich in der Schweiz leben. Der Mensch und vor allem die Bürger und Bürgerinnen stünden im Mittelpunkt. Unternehmen und Wirtschaft seien ein wichtiger Partner und Instrument, um unter anderem gegen die Landflucht vorzubeugen.

    Laut IRE-Vorsitzendem Schausberger steht die Landflucht in Verbindung mit dem Verkehr in der Stadt „Das ist ähnlich zur Flüchtlingsproblematik: man muss dort ansetzen, wo die Menschen herkommen”, schloss der Vorsitzende die Fachkonferenz.

    Hauptziel der Konferenz war es, die regionalen Partner zusammenzubringen, innovative Verkehrsprogramme sowie technische Lösungen zu analysieren und durch Best-Practice-Beispiele Impulse für die Weiterentwicklung lebenswerter Städte zu geben. In den Jahren zuvor fanden die IRE Expertenkonferenzen in Kooperationen mit den Städten Tübingen (DE), Wien (AT), Breslau (PL), Triest (IT), Laibach (SLO) und Banja Luka (BiH) statt.
     

    Bilder der Konferenz finden Sie hier

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